Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Übersicht über die Lehrveranstaltungen im Institut für Neues Testament

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
7:30-9:00
9:00-11:00 8:45-11:00 PS Einführ. Exegese HS Das Böse /Ü Schöpfungsvorst. Ü Thomasevangelium (14tg.)
11:00-13:00 8:45-11:99 PS Einführ. Exegese V Johannesevangelium V Johannesev./ HS Judenchristentum Ü Why on earth did anyone
13:00-15:00 V Gott als Thema Rep Examensbegleitung
15:00-17:00 V Offenbarung Ü Pastoralbriefe SE Mahl des Herrn/ Ü Bibelkunde
17:00-19:00

V Offenbarung als Thema frühchristlicher Theologie

Das Christentum ist eine Erlösungs- und Offenbarungsreligion. Was heißt das aber in antiken Kontexten? Wie werden Offenbarungen beschrieben und offenbar auch erfahren? Wie werden verschiedene Offenbarungsweisen (Inspiration, inspirierte Schriftauslegung, Vision, Audition, Traum, Ekstase und andere) wahrgenommen und bewertet? Wie lassen sich behutsam Fragen einer historischen Religionspsychologie an diese Berichte anlegen? Wie fügen sich die Traditionen zu einem Gesamtbild von Offenbarung zusammen? Kann dieses auch heute christliche Theologie legitimieren?

Mo 15:15–16:45, HS 1

Prof. Frenschkowski

V Gott als Thema frühchristlicher Theologie

Wie hat das frühe Christentum von Gott gesprochen? Was unterscheidet den neutestamentlichen Gott von anderen Göttern und Göttinnen? Was hat er aber auch gemeinsam? Wie konkurrieren Gottes- und Schicksalskonzepte? Wie verhalten sich "Leitmetaphern" für Gott wie Vater und König zueinander? Wie konnte von Christus und vom Hl. Geist geredet werden, ohne dass der Monotheismus in Gefahr geriet? Auf welche religiösen bzw. numinosen Erfahrungen, aber auch auch welche religiösen Traditionen verweist die christliche Rede von Gott zurück? Wie immer in meinen Vorlesungen werden theologische und religions- bzw. kulturwissenschaftliche Fragen in einen Dialog gebracht.

Di 13:15–14:45, HS 1

Prof. Frenschkowski

V Evangelien-Vorlesung: Johannes

Das Johannesevangelium repräsentiert neben den synoptischen Evangelien eine eigentümliche und daher interessante frühchristliche Tradition, die wirkungs- und dogmengeschichtlich enorme Bedeutung hatte. Während es von den einen in vielen Dingen historisch zuverlässiger als die synoptische Tradition gehalten wird, finden andere in seinem hohen theologischen und christologischen Reflexionsniveau die theologische Arbeit eines enorm einflussreichen Traditionskreises späterer Zeit wieder. Die Frage nach dem Verhältnis zwischen theologischer Reflexion des Lebens und der Bedeutung Jesu, der literarischen Darstellungsweise und der Frage nach dem historischen Gehalt dieser Überlieferung wird bei der fortlaufenden Auslegung in der Vorlesung eine wesentliche Rolle spielen.

Di 11:15–12:45 und Mi 11:15-12:45 Campus HS 15

Prof. Herzer

S Das Böse als theologisches Thema

"Der gegenwärtigen Theologie feht eine Kategorientafel des Bösen", war einst eine bemerkenswerte Beobachtung von Eberhard Jüngel. Die theologische Hilf- und Ratlosigkeit im Verstehen von Gewalt, Ausbeutung und anderen Formen des Bösen korreliert mit einer noch stärkeren Ratlosigkeit im Umgang mit neutestamentlichen Aussagen und Bildern zu Themen wie dem Teufel, Dämonen, "Erbsünde" (falls es so etwas im NT gibt, was bekanntlich umstritten ist), Sünde und Sündenfall, aber auch totalitären Ansprüchen imperialer Systeme und dem schlichteren Bösen, das der Mensch in sich selbst vorfindet. Das Seminar sucht nach neutestamentlichen Aspekten einer Theologie, die das Böse ernst, aber angesichts der Auferstehung Jesu nicht zu ernst nimmt.

Di 09:15–10:45, SR 4

Prof. Frenschkowski

S Das Judenchristentum und die Trennung der Wege

Der jüdisch-christliche Dialog hat zu einer heftigen Diskussion über die Prozesse geführt, die Judentum und Christentum zu unterschiedlichen Religionen gemacht haben. Die dazu vertreten Position divergieren extrem, und sind vielfach ideologiebelastet. Das Seminar versucht vor allem zu fragen, was wir historisch tatsächlich einigermaßen sicher wissen, und interpretiert dabei im Kontext einer allgemeinen kulturwissenschaftlichen Theorie über die Entstehung neuer religiöser Systeme aus älteren Religionen sowie allgemein ethnischer Entgrenzungsprozesse, also in einer vergleichenden Perspektive. Ein Ausblick diskutiert die spannende Frage, ob der Islam als Wiedergeburt und Variation des Judenchristentums interpretiert werden kann.

Mi 11:15–12:45, SR 2

Prof. Frenschkowski

Ü Die Pastoralbriefe und die epikureische Ethik

Die epikureische Philosophie und Ethik gehört zu den populärsten Lebensentwürfen in neutestamentlicher Zeit – und steht in keinem guten Ruf. Ähnlich wie die christlichen Gemeinden werden auch die Epikureer von den "gebildeten unter ihren Verächtern" mitunter in erheblichem Maße diffamiert und sogar Verbrechen beschuldigt. Einer der größten zeitgenössischen Kritiker der Epikureer im 1./2. Jh. n. Chr. ist der platonische Philosoph Plutarch, dessen moralphilosophische Schriften einen ganz wichtigen paganen Kontext für neutestamentliche Ethik darstellen. Insbesondere die Auffassung Epikurs und seiner Schule von einem "Leben im Verborgenen" ist von Plutarch mit erstaunlicher Vehemenz bekämpft worden, hat aber zugleich große Affinitäten zu jenem Grundkonzept, das in 1Tim 2 von einer "ruhigen und stillen Lebensführung" entworfen und in seinen ethischen und ekklesiologischen Dimensionen entfaltet wird. In der Übung werden epikureische, antiepikureische und neutestamentliche Texte gemeinsam gelesen (griechisch und deutsch) und diskutiert und so in Grundprobleme neutestamentlicher Ethik am Beispiel der Pastoralbriefe einführt.

Di 15:15–16:45, SR 3

Prof. Herzer

S Das Mahl des Herrn im Neuen Testament und im frühen Christentum

Das "Mahl des Herrn" (1Kor 11,20) gehört zu den ersten rituellen Vollzügen des frühen Christentums, mit denen zentral die Deutung des Todes Jesu verbunden ist. Neben der Taufe gehört das Abendmahl damit zu den beiden Sakramenten, in denen in besonderer Weise christliche Glaubensidentität zum Ausdruck kommt. Dennoch gehört das Abendmahlsverständnis bis heute zu den umstrittenen Themen des ökumenischen Diskurses. Eine gemeinsame Abendmahlsfeier zwischen katholischen und evangelischen Christinnen und Christen ist bis heute nicht möglich, aber selbst zwischen den lutherischen Kirchen besteht untereinander keine volle Abendmahlsgemeinschaft. Im Seminar werden zunächst zentrale Texte der Herrenmahls- bzw. Abendmahlstradition behandelt. Ziel ist die Erarbeitung eines Verständnisses für die Ursprungsbedeutung des Abendmahles in der frühen Christenheit als Voraussetzung für die Beurteilung heutiger Probleme mit dem Abendmahl. Darüber hinaus sollen aktuelle dogmatische und ökumenische Probleme diskutiert werden.

Mi 15:15 - 16:45 SR 3

Prof. Herzer

PS Einführung in die Exegese des Neuen Testaments

Ziel des Proseminars ist der eigenständige exegetische Umgang mit den Texten des Neuen Testaments. Dazu werden verschiedene exegetische Methoden im Kontext der hermeneutischen Grundentscheidungen vorgestellt und exemplarisch eingeübt.

Mo 8:45–11:00, Raum SR 2

Dr. Hüneburg

 

 

Ü Bibelkunde Neues Testament (Gruppe 1 - LA ev. Religion und DKE)

Die Übung widmet sich der Erschließung der neutestamentlichen Schriften, wobei deren Aufbau und Inhalt im Vordergrund stehen werden. Darüber hinaus sollen erste historische und theologische Fragen diskutiert werden.

Mi 15:15–16:45, Campus HS 6

Dr. des. Paulus Enke

Ü "Why on earth did anyone become a Christian in the first three centuries?"

In this course, we will read and discuss Larry W. Hurtado’s book "Why on earth did anyone become a Christian in the first three centuries?". Reading the book, we try to find reasons 27 individuals might have had to become a Christian even though this choice also meant to hazard possible negative consequences. But while reading the book, we will not only focus on its content but also on the English language itself. In this course, English is our language of instruction and thus you will get the chance to polish up and/or to broaden your English skills. In accordance with your own language skills, we will take time to repeat grammatical phenomena and to expand your vocabulary. Even if you might consider your English skills on a very low level, please join our course. We can agree on the final syllabus, level and pace of our course in our introductory meeting.

Do 11:15–12:45, SR 2

Frau Seehausen

Rep Examensbegleitung Neues Testament

Die Lehrveranstaltung begleitet Studierende in höheren Semestern bei der Examensvorbereitung im Fach Neues Testament. Sie setzt sich zusammen aus Kolloquien (14tägig) sowie eLearning-Einheiten. Ziel ist es, Studierende inhaltlich und methodologisch bei ihrer eigenständigen Examensvorbereitung zu unterstützen.

Do 13:15–14:45, SR 4

Dr. des. Jan Quenstedt

Ü Das Thomasevangelium

Zu der 1945 bei Nag Hammadi gefundenen Sammlung von 13 Codices gehört auch das sog. Thomasevangelium. Es enthält keine zusammenhängende Erzählung, sondern 114 (geheime) Aussprüche Jesu, einige davon eingebettet in kurze Szenen. Nur für etwa die Hälfte der Sprüche existieren Parallelen in den synoptischen Evangelien oder Analogien zu Motivfeldern im Johannesevangelium. In der Forschung umstritten ist, ob das Thomasevangelium alte Überlieferungen bewahrt hat, die näher an Jesus heranführen oder bereits auf spätere theologiegeschichtliche Entwicklungen reagiert. Jenseits dieser klassischen Alternative soll in der Übung die hier vorliegende Interpretation der Jesusüberlieferung und damit das theologische Profil dieser faszinierenden Schrift herausgearbeitet werden.

Mi 14 tg.,  9:15–10:45, SR 2

Dr. Hüneburg

Ü Schöpfungsvorstellungen bei Philo von Alexandria

Wie versteht ein philosophisch geschulter Jude zur Zeitenwende den biblischen Schöpfungshergang? Philo von Alexandria unternimmt etwa 50 Jahre vor Paulus den Versuch, die Schöpfungsberichte, als deren Verfasser er Mose als ersten der Philosophen annimmt, in Einklang zu bringen mit platonischer Schöpfervorstellung und aristotelischer Naturphilosophie. Er formuliert seine Auslegung der Schöpfungsberichte im Vokabular der herrschenden philosophischen Schulen. In dieser Übung sollen die für das Thema relevantesten Ausschnitte aus Philos Werken de opificio mundi und legum allegoriae diskutiert und mit platonischen und aristotelischen Texten konfrontiert werden. Da Überlegungen zu Philo ihre neutestamentliche Relevanz vor allem über Paulus als einen ebenfalls philosophisch geschulten Juden des 1. Jahrhunderts erhalten, wird die Übung versuchen, die Auferstehungsdarstellung aus 1. Kor 15 in den Kontext der jüdischen Schöpfungsdiskussion zu stellen. Englischkenntnisse sind wegen einiger englischsprachiger Übersetzungen vorausgesetzt, Griechischkenntnisse sind für eine genaue Betrachtung des verwendeten Vokabulars wünschenswert.

Di 9:15-10:45 SR 1

Frau Vogel

letzte Änderung: 02.09.2019