Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19

Übersicht über die Lehrveranstaltungen im Institut für Neues Testament

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
7:30-9:00
9:00-11:00 S Endgericht V Korinther / Ü Griechisch-Lektürekurs V Korinther
11:00-13:00 PS Einf. Exegese NT V Späte/frühe Christentum/ Ü Dying and Death
13:00-15:00 S Apokalyptische Texte Rep Examensbegl.
15:00-17:00 S Heilsgeschichte V Frühjüdischen Literat./ Ü Bibelkund

V Der zweite Korintherbrief als Dokument einer Konfliktgeschichte

 

Die Missionsarbeit des Paulus und die daraus hervorgegangene Theologie des Apostels sind zutiefst geprägt durch die Auseinandersetzungen um die Gestalt des Evangeliums und die Autorität des Apostels. Davon ist insbesondere der 2. Kor ein beredtes Zeugnis und kann geradezu als Apologie des Paulus gegen die Infragestellung "seines" Evangeliums und seiner apostolischen Autorität verstanden werden. Da Paulus auch seine persönliche Existenz vollständig an Evangelium und apostolischen Auftrag gebunden weiß, lernen wir ihn im 2. Korintherbrief wie in kaum einem anderen seiner Briefe persönlich kennen. Paulus selbst wäre es sicher lieber gewesen, er hätte diesen Brief nicht schreiben müssen, doch gibt er uns erstaunliche Einblicke in die Entwicklung der frühen christlichen Gemeinden, für die Korinth als ein herausragendes Beispiel gelten kann. Dabei werden zu-gleich zentrale Themen und ihre Relevanz für das Selbstverständnis des christlichen Glaubens angesprochen, wie z. B. das rechte geistliche Verständnis der Schrift und das Verhältnis zwischen altem und neuem Bund, das Versöhnungshandeln Gottes in Jesus Christus und nicht zuletzt das Leiden als konstitutives Element christlicher bzw. apostolischer Existenz.

Di 9:15–10:45, Camp HS 14, ab 16.10.18; Mi 9:15–10:45, Camp HS 14, ab 17.10.18

Prof. Herzer

V Geschichte der frühjüdischen Literatur in der hellenistisch-römischen Zeit

Die Literatur des Frühjudentums ist für das Verstehen von Person und Geschichte Jesu sowie der Entstehung des frühen Christentums in seinen unterschiedlichen theologischen Ausprägungen von entscheidender Bedeutung. Das kommt z.B. aktuell darin zum Ausdruck, dass in der neuen Revision der Lutherbibel die sog. Alttestamentlichen Apokryphen selbstverständlich zum Standardformat der Bibelausgaben hinzugehören. Doch sind die Apokryphen nur ein Teil der vielfältigen Literatur, die das frühe Judentum hervorgebracht hat. Leider kommt der Blick auf diese Traditionen in den klassischen neutestamentlichen Vorlesungen, vor allem auch den übergreifenden Veranstaltungen etwa zur Theologie des Neuen Testaments, aufgrund der zeitlichen Beschränkungen eines Semesters in der Regel zu kurz. Die zweistündige Vorlesung bietet neben einem Überblick über die Geschichte und Literatur des Frühjudentums in der hellenistisch-römischen Zeit (ca. 3. Jh. v. Chr. – 2. Jh. v. Chr.) eine Einführung in die Schriften des Frühjudentums und die vielfältigen theologischen Profile. Darüber hinaus soll auch deutlich werden, dass und inwiefern auch die Schriften des Neues Testaments selbst als Schriften vorwiegend jüdischer Autoren in diese Geschichte des Frühjudentums und seiner Literatur hineingehört.

Mi 15:15–16:45, Camp HS 14, ab 17.10.18

Prof. Herzer

V Christentum zwischen 80 und 150 /Christentum in der dritten Generation/Das späte frühe Christentum

Die Vorlesung behandelt die Zeit des Übergangs zwischen frühem Christentum und Alter Kirche: theologische Entwicklungen, Themen christlichen Lebens, Diversifikationsprozesse des Christentums, das Verhältnis zwischen Staat und Kirche., u.ä.

Mi 11:15–12:45, HS 01, ab 17.10.18

Prof. Frenschkowski

S Apokalyptische Texte des frühen Christentums

Es werden kursorisch apokalyptische Texte des frühen Christentums gelesen, u.a. aus der Johannesapokalypse, Paulus, den Evangelien und dem Hirten des Hermas. Auch die gerne übersehenen christlichen Einschübe in jüdischen Apokalypsen werden diskutiert. In einem Ausblick sollen auch einige spätere Texte in den Blick kommen, v.a. die überaus einflussreiche Apokalypse des Ps.-Methodius, die bereits auf den Islam reagiert.

Di 13:15–14:45, SR 3, ab 16.10.18

Prof. Frenschkowski

S Geschichte, Heilsgeschichte, Weltgeschichte im frühen Christentum

Das Christentum ist wesentlich eine geschichtliche Religion: sie rechnet mit einem Handeln Gottes in der Geschichte, und zugleich mit einem eschatologischen Horizont der Geschichte. Wie beeinflusst das die Wahrnehmung kontingenten Geschehens im Weltlauf? Wie entsteht eine christliche Geschichtsschreibung? Wie können heilsgeschichtliche Konzepte mit gegenwärtigen Geschichtserfahrungen zusammengedacht werden? Das Seminar nähert sich dem Thema über die frühchristlichen Texte zur Sache bis etwa zum Jahr 150. Ein wichtiger Aspekt wird die Frage nach Leitbildern und Metaphern sein, in denen wir Geschichte beschreiben und verstehen.

Mo 15:15–16:45, SR 1, ab 22.10.18

Prof. Frenschkowski

S Das Endgericht

"… von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten." Diese Worte werden als Teil des Glaubensbekenntnisses in jedem Gottesdienst gesprochen. – Aber was verbindet sich mit der Vorstellung von einem Endgericht? Die durch die Metaphern "Himmel" und "Hölle" umschriebene Möglichkeit des doppelten Ausgangs reizt zum Widerspruch: Wie verhält sich dieser – in der Jesustradition breit bezeugte – Gerichtsgedanke zur Vorstellung eines liebenden und gnädigen Gottes? Welche Bedeutung hat menschliches Handeln für das Heil angesichts des Kreuzesgeschehens? In der Übung soll der Frage nach Herkunft, Entwicklung und Funktion der Gerichtsvorstellung im Neuen Testament nachgegangen werden, um so die Voraussetzungen für Überlegungen zur theologischen Relevanz des Themas zu schaffen.

Mo 9:15–10:45, SR 4, ab 22.10.18

Dr. Hüneburg

Blockseminar Leben in Gerechtigkeit. Die Bergpredigt Mt 5-7

In den Kapiteln 5 bis 7 komponiert Matthäus eine programmatische Rede Jesu über die Herrschaft Gottes und die in ihr geltende Gerechtigkeit. Das erste Evangelium lässt Jesus als neuen Mose auftreten, der seine Nachfolger/innen lehrt, wie eine Lebensführung in Gerechtigkeit aussehen kann. So bedeutend die Wirkungsgeschichte der Bergpredigt in der Geschichte der Kirche ist, wird Mt 5-7 in den vergangenen Jahren im kirchlichen und wissenschaftlichen Diskurs doch weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Eine eingehende Lektüre lohnt sich aber und bietet eine gute Orientierung für Glaube und Theologie.

Blockseminar. Termine:

Fr 19.10. 2018, 14.15-17.30

Fr 09.11.2018, 14.15-17.30

Sa 10.11.2018, 09.15-14.15

Fr 30.11.2018, 14.15-17.30

Sa 01.12.2018, 09.15-14.15

Dr. Ulrichs

PS Einführung in die Exegese des Neuen Testaments

Das Proseminar dient der Einführung in die wissenschaftliche Arbeit mit den neutestamentlichen Texten, wobei die exegetischen Methoden exemplarisch an einer geeigneten Perikope erklärt und eingeübt werden. Ziel des Proseminars ist der eigenständig exegetische Umgang mit den Texten des Neuen Testaments. Für die erste Sitzung ist eine Übersetzung von Mt 19,16–30 anzufertigen sowie Stichworte von Ihrer Erstbegegnung mit dem Text festzuhalten. Nähere Infos dazu finden Sie im AlmaWeb.

Di 10:45–13:15, SR 4, ab 16.10.18

Nicole Oesterreich

Ü Bibelkunde Neues Testament (Gruppe 1 - LA ev. Religion und DKE)

Die Übung widmet sich der Erschließung der neutestamentlichen Schriften, wobei deren Aufbau und Inhalt im Vordergrund stehen werden. Darüber hinaus sollen erste historische und theologische Fragen diskutiert werden.

Mi 15:15–16:45, Camp HS 6, ab 24.10.18

Dr. des. Paulus Enke

Rep Examensbegleitung Neues Testament

Die Lehrveranstaltung begleitet Studierende in höheren Semestern bei der Examensvorbereitung im Fach Neues Testament. Sie setzt sich zusammen aus Kolloquien (14tägig) sowie eLearning-Einheiten. Ziel ist es, Studierende inhaltlich und methodologisch bei ihrer eigenständigen Examensvorbereitung zu unterstützen.

Do 13:15–14:45, SR 4, ab 18.10.18

Jan Quenstedt

Ü Dying and Death in New Testament and apocryphal texts

In this course, we will read and discuss texts of the New Testament and apocryphal texts with a special focus on the fascinating subjects of dying and death. What thoughts and ideas regarding to these topics are found in Early Christianity? In which way are situations of death described? What happens to the body, what happens to the soul? What about the afterlife? But we will not only focus on the content of the texts but also on the English language itself. In this course, you will get the chance to polish up and/or to broaden your English skills. We will have plenty of time to repeat grammatical phenomena and to expand your vocabulary. Even if you might consider your English skills on a very low level, please join our course. We can agree on the final content, level and pace of our course in our introductory meeting.

Mi 11:15–12:45, SR 1, ab 24.10.18

Lena Seehausen

Griechisch-Lektürekurs NT


"Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig", schreibt Paulus, dennoch sind von ihm viele Buchstaben geblieben und ihr Geist ist schwer zu greifen. Dass die paulinischen Briefe schwer zu verstehen sind, liegt auch an ihrer voraussetzungsreichen und stark interpretierenden deutschen Übersetzung. Die Übung möchte versuchen anhand fortlaufender Übersetzung des Urtextes seinem Geist auf die Spur zu kommen, indem sie sich verstärkt mit den Bedeutungen der griechischen Worte beschäftigt. Der Lektüreschwerpunkt liegt also auf exegetischen und thematischen Aspekten. Die Übung begleitet die Vorlesung zum 2. Korintherbrief, setzt ihren Besuch aber nicht voraus. Sie ist gedacht für Studierende, die Freude an Sprache und lebendiger Diskussion haben und ihre Griechischkenntnisse üben möchten.

Di 9:15–10:45, SR 1, ab 16.10.18

Rebekka Vogel

letzte Änderung: 22.08.2018